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Wir Mädel
singen (1993) mit Gustav Peter
Wöhler und Elke
Czischek
"Seit Ortrud Beginnen,, dieses Original im künstlerischen
Niemandsland zwischen den Brettern und dem Brettl, Mitte der 70er Jahre
die blumigen Balladen deutscher Kunstlied-Tradition schauerlich schön in
Stücke sang, gehört ihr diese deutsche Form der Heimat und
Brauchtumspflege, die danach fragt, wo denn wohl Deutsche und wie sie
Wurzeln geschlagen haben, wo denn heute 'Heimat' zu finden sei, nachdem
der Begriff so eklig braun besudelt worden. Minna
Verführerische
Frau
Wir
Mädel singen
Deutscher Humor
Soldatenlieder
Minna auf Mallorca
Mein
Freund Rudi |
,,Das Deutsche
an sich“ erkundet das Trio im Turn- und Gymnastik-Saal, den Birgt Voß
bauen ließ vor
dem Seitepferd und auf blauen Matten, Turnvater Jahn im Sinn,
Jungmädel-Gesänge wie aus dem BDM-Liederbuch auf den Zungen, den deutschen
Adler oben an der Wand im Nacken. Sie tanzen ein wenig um das
Johannisfeuer, locken die ,,Flamme empor“, schwelgen zu Gerd Bellmanns
FiligranKlavier in bündischer Verblendung und purzeln flott in den
,,Komm, Czigan“-Kitsch. Wenn zum Schluß der Gefangenen-Chor aus
Verdis ,,Nabucco“ (,,Heimat, nach der wir uns sehnen“) noch nicht ganz
verklungen ist, geht grob das Licht an - die im Dunkeln
sieht man doch. Nicht der nationalistische Ausbruch, statt dessen die
Normalität uneingestandener Sehnsucht wird in Ortrud Beginnens
halsbrecherisch-abgründiger Komik zum Ereignis. Die
grandiose Exzentrik dieser Königin der kleinen Form wird Hamburg schnell
vermissen." |